Entgegen der Erfahrungen von Eltern, Lehrern, wider polizeilichen Erkenntnissen gegenüber jugendlichen Gewalttätern, dem Wissen um Anerziehung von Aggressionsbereitschaft in der US-Army mittels Killerspiele am PC zum Trotz oder den Ergebnissen der Hirnforschung in der Kriminologie - immer wieder wurde durch eine breite Lobby - und den Medien bereitwillig kolportiert - der Öffentlichkeit einzureden versucht, dass Killerspiele harmlos sein. Ein Schelm, wer da an Manipulation im Sinne von Verkaufsförderung dachte. Als es aber nun aus dem Bundesrat seit dem September 2006 öffentlich wurde, dass über mehr Jugendschutz betr. Killerspiele bis hin zu ihrem Verbot nachgedacht wird, wagen sich die Träger auch kritischer Meinungen wieder stärker hervor, deren Bedenken bisher massiv unter den Tisch gefegt wurden, z.B. Wissenschaftler der Potsdamer Universität:

Computerspiele können aggressiv machen

 

Gewaltverherrlichende Spiele fördern die Aggressionsbereitschaft.

Potsdam (dpa) - Der Konsum von gewaltverherrlichenden Computerspielen erhöht die Aggressionsbereitschaft bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Das ist das Ergebnis einer Potsdamer Studie, wie die Potsdamer Universität mitteilte.
Experimente belegen, dass solche Spiele aggressive Gedanken und Gefühle sowie aggressives Verhalten begünstigen. Dies gelte besonders für Jungen und Männer. Uni-Psychologen hatten in mehreren Studien die Auswirkungen von Mediengewalt untersucht.
Demnach kann schon das Anschauen eines Trailers für Gewalt- Computerspiele eine feindselig getönte Wahrnehmung fördern. Nach Auskunft der Wissenschaftler bestimmt die Intensität der Beschäftigung mit Gewaltspielen noch Jahre später die Aggressionsbereitschaft der Spieler. Insgesamt nahmen an den Studien von 2004 bis 2006 fast 5000 Probanden teil.
Nach dem Amoklauf im nordrhein-westfälischen Emsdetten war eine heftige Diskussion um gewaltverherrlichende Computerspiele entbrannt. Ein 18 Jahre alter Ex-Schüler hatte am 20. November 37 Menschen verletzt und sich anschließend selbst getötet. Nach Ansicht des Bielefelder Jugendforschers Prof. Klaus Hurrelmann fühlte sich der Täter nur in seiner Ersatzwelt aus Computerspielen und Waffen stark.
01.12.2006   dpa

Die aktuelle Situation von zuenehmender Gewalt in deutschlands Schulen und dem Ruf nach Verbot von Killerspielen am PC lässt natürlich Eltern fragen, was sind denn verlässliche, gute, erziehende Seiten im Internet.

Wir geben eine dpa-Meldung wieder, die Eltern eine gute Richtschnur für vorausschauendes Handeln ist:

Woran sich gute Kinderseiten erkennen lassen

 

 

München/Mainz (dpa/gms) - Kinder sind von Natur aus neugierig - auch im Internet. Gerne gehen sie interessanten Links nach und melden sich in Portalen an. Diese Neugier passt jedoch häufig nicht in die Welt des für Erwachsene konzipierten Internets.
Schnell landen die jungen Nutzer auf Gewalt- oder Erotikseiten oder werden in Shops mit Verkaufsangeboten gelockt. Anhand einiger Kriterien können Eltern allerdings recht schnell herausfinden, ob sich Internetangebote für ihre Sprösslinge eignen.
»Die Inhalte müssen so aufbereitet werden, dass sich Kinder gerne mit ihnen beschäftigen«, sagt Andrea Kallweit von Jugendschutz.net in Mainz. »Im besten Fall greifen die Seiten die Fragen von Kindern auf und unterstützen sie dadurch, die Welt zu verstehen«, ergänzt Petra Best vom Deutschen Jugendinstitut in München.
Damit sich die Kinder auf der Internetseite zurechtfinden, müssen die Navigationswege außerdem klar erkennbar und der Seitenaufbau übersichtlich sein. Eine wichtige Rolle spielt die Interaktivität der Seiten: »Kinder sollen zum Mitmachen aktiviert werden und lernen, dass das Medium Internet gestaltbar ist«, sagt Anke Hildebrandt von der Arbeitsgemeinschaft Vernetzter Kinderseiten Seitenstark.de in Bielefeld.
Um zu verhindern, dass Kinder ungewollt Produkte bestellen oder ihre Daten weiter geben, beziehen gute Kinderportale die Eltern mit ein und verlangen für die Datenweitergabe eine Erlaubnis. In jedem Fall sollten Eltern ihre Kinder dazu anleiten, sie vor der Angabe von persönlichen Daten zu fragen. Gerade deshalb ist es sinnvoll, wenn immer ein erwachsener Ansprechpartner in der Nähe ist.
Für Kinder unter sechs Jahren ist das Internet eher ungeeignet. »Um sich im Internet zu bewegen, muss das Kind lesen können«, sagt Medienpädagogin Petra Best. Vorher begreife es auch die Struktur des Netzes noch nicht. Wenn jüngere Kinder bereits an den Computer gewöhnt werden sollen, seien CD-ROMs mit Lernspielen besser geeignet.
Virtuelle Kommunikation, beispielsweise per E-Mail oder im Chat, ist - je nach Interneterfahrung - erst für Kinder ab neun oder zehn Jahren zu empfehlen. »Das Kind muss dafür wissen, wie es sich im kommunikativen Miteinander verhalten muss«, erklärt Kallweit. Doch auch dann sollte auf eine geschützte Internetumgebung geachtet werden. Die Websites von Seitenstark.de haben sich beispielsweise zusammengeschlossen und bieten sechs Stunden pro Woche einen moderierten Kinderchat an. Bevor Beiträge dort auf dem Bildschirm erscheinen, werden sie von Studenten der Universität Leipzig kontrolliert.
Auf www.seitenstark.de wird auch fündig, wer auf einen Blick mehrere gute Kinderseiten erfassen will. Mittlerweile haben sich 25 Seiten unter dem Dach zusammengefunden. Bevor eine neue Seite in die Arbeitgemeinschaft aufgenommen wird, wird sie auf ihre Kindertauglichkeit geprüft. Das Deutsche Jugendinstitut hat außerdem die Datenbank »Websites für Kinder« ins Leben gerufen, die mittlerweile von »Schulen ans Netz« weitergeführt wird. In der Datenbank sind zur Zeit 225 Kinderseiten verzeichnet.
www.seitenstark.de
www.schulen-ans-netz.de
www.jugendschutz.net
www.schau-hin.info
18.10.2006   dpa

Und hier ein schönes Beispiel für alle und alle Gelegenheiten: Das

"Internet-ABC"

bietet Orientierung für Eltern und Kinder

 

 

 

Ein neuer "Kompass für Internet-Reisen" soll Familien bei der Orientierung im Internet helfen. Das Portal für Kinder und Eltern ist unter www.internet-abc.de zu finden.
Im "Internet-ABC" gibt es unter anderem Erklärungen zum Umgang mit dem Web, Tipps zur Informationssuche und Hilfen bei der praxisnahen Heranführung von Kindern an Webinhalte. Der "werbefreie Raum" soll zum Kennenlernen und Ausprobieren des weltweiten Datennetzes motivieren, teilte der Verein Internet-ABC aus Düsseldorf bei der Bildungsmesse didacta in Hannover mit.
Mitglieder des Vereins sind unter anderem zahlreiche Landesmedienanstalten. Zu den Fördermitgliedern gehören die Initiative Schulen ans Netz ebenso wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD). Zu dem Online-Angebot gehören auch ein "Spielsalon" und eine "Infothek", in der beispielsweise Projekte zur Medienkompetenz vorgestellt werden.
www.internet-abc.de